Yoni Tantra

Massage

Der G-Punkt in der Yoni-Massage - Fachartikel von Inari H. Hanel

 

 

Der G-Punkt, die Gräfenberg-Zone, the G-Spot oder der Göttinnen-Punkt ... inzwischen hat dieser Bereich viele Namen. Diverse Bücher (siehe Buchtipps unten) wurden über ihn und seine Funktion geschrieben - und doch wird seine Existenz in der Wissenschaft nach wie vor angezweifelt. Als Frauenmasseurin erlebt  Inari H. Hanel in ihrer täglichen Arbeit, dass es ihn definitiv gibt. Auch, wenn Wissenschaftler noch etwas brauchen, bis sie ihn gefunden haben: Jede Frau kann durch die Yoni-Massage selbst spüren, wo er ist.  

 

Viele Frauen sind sich nicht sicher, ob sie einen G-Punkt haben oder nicht. Oftmals wird der G-Punkt in den Medien so dargestellt, als ob seine Berührung ein Höchstmass an Lust und Ekstase garantiert. Der G-Spot als Lustknopf. Das ist meistens nicht sofort der Fall, denn der G-Punkt will erst einmal geweckt und erforscht werden, bevor er seine Geheimnisse freigibt.

 

Jede Frau hat einen G-Punkt

 

In der Yoni-Massage kann jede Frau erfahren, dass sie einen G-Punkt hat. Sie kann ihn spüren und lernen, ihn selbst zu lokalisieren. Er ist eingebettet in das paraurethrale Drüsengewebe und er braucht etwas Druck in Richtung des Schambein Knochens, um ihn deutlich wahrnehmen zu können. Oftmals genügt es, wenn die Masseurin oder der Masseur  den G-Punkt  mit 2 Fingern nur hält und dabei den Druck mit der empfangenden Frau abstimmt.

 

Was kann die empfangende Frau während der G-Punkt-Massage erleben?

 

Häufig ist da ein grosses Staunen, wie es sich anfühlt, nur spüren zu dürfen und sich zu der massierenden Hand hin zu entspannen. Nichts tun oder leisten zu müssen, noch nicht einmal sexuelle Lust produzieren zu müssen. Oftmals ein Gefühl von sicherem Gehaltensein, von Geborgenheit. Ein Fallenlassen in die eigene Tiefe. Es kann sein, dass Tränen fliessen einfach durch das Berührt sein oder durch gespeicherte Zellerinnerungen, die sich lösen wollen. Und es kann auch sein, dass die wilde Urkraft sich in Lust und Lebendigkeit durch Geräusche und Laute Ausdruck verleiht. Manchmal spürt die Frau zunächst ein Gefühl von Blasendruck, was durch Atmen und Loslassen vorübergeht, ehe tiefere Empfindungen zum Vorschein kommen. Je öfter eine Frau G-Punkt-Massagen empfängt, desto mehr traut sie sich, die aus dem G-Punkt frei werdenden Emotionen und Empfindungen zuzulassen und auszudrücken. Diese können von sexueller Lust begleitet sein, müssen es aber nicht.

 

Der G-Punkt und die sexuelle Lust

 

Für viele Frauen ist die sexuelle Lust, die durch die Berührung des G-Punktes entsteht, erst einmal ungewohnt und neu. Da kann es hilfreich sein, die gewohnte Lustempfindung über die Klitoris mit der Berührung des G-Punktes zu kombinieren. Also vielleicht eine „Komm-her“-Bewegung mit Zeigefinger und Mittelfinger über dem G-Punkt und gleichzeitig mit dem Daumen ein Kreis um die Perle. Oder zusätzlich etwas Vibration mit einem geeigneten Massagestab, wie dem Passion Pointer in der Handfläche oder über dem Venusknochen. So kann der Körper lernen, ein weiteres Tor in die sexuelle Lust hinein zu öffnen und sich die emotionale Kraft aus dem G-Punkt zu erschliessen.

 

Haben Frauen auch eine Prostata?  

                                                                                      

Etwa 1-5 cm tief  bauchseitig  in der Yoni ist das paraurethrale Drüsengewebe  eingelagert. Es wird auch weibliche Prostata genannt. Der Begriff der weiblichen Prostata wird seit einigen Jahren zunehmend bekannter: Er beruht auf der wissenschaftlichen Erkenntnis, dass sich diese Zone bei Frauen aus dem gleichen Gewebe des Embryos entwickelt hat, aus dem sich bei männlichen Embryonen die Prostata entwickelt.
Die Oberfläche unterscheidet sich sehr deutlich von der sonst sehr glatten Oberfläche der Vagina. Der Bereich hat ungefähr die Grösse eines Eurostückes, ist deutlich begrenzt und fühlt sich etwas  erhaben, körnig und gefurcht an, etwa wie die Struktur einer Walnuss. Bei sexueller Erregung und auch während einer G-Punkt-Massage füllt sich dieser Drüsenschwamm mit Gewebsflüssigkeit. Diese fliesst dann bei weiterem Lustaufbau als Ejakulat entweder über die Harnröhre zurück in die Blase oder über den Blasenschliessmuskel und die Skene-Drüsen nach aussen.

 

G-Punkt und weibliche Ejakulation

 

Das Wissen um die weibliche Ejakulation (Squirting) war wohl in der Geschichte über lange Phasen bekannt. Das zeigen unter anderem Schriften aus dem mittelalterlichen Europa. (Siehe Buch von Deborah Sundahl,S. 99). Und es gibt historische Darstellungen aus Indien und Japan.  Aus Ruanda kommt die Tradition des „Kunyaza“, um Frauen mit einer Klopftechnik  so zu stimulieren, dass sie ejakulieren. Das Wissen über den G-Punkt und die weibliche Ejakulation ist uns in der westlichen Welt jedoch in den letzten Jahrhunderten verloren gegangen und will jetzt wieder entdeckt werden. Die G-Punkt-Massage gibt der interessierten Frau auch die Möglichkeit, ihre weibliche Prostata zu erforschen und sich darin unterstützen und begleiten zu lassen, zum Beispiel durch Prostata-Mapping. Das ist ein sich Erschliessen der inneren Landkarte der Prostata, ihrer Grösse und Form, ihrer Begrenzungen und ein Erspüren der unterschiedlichen Körperempfindungen in diesem Bereich. Und eine erfahrene/r Frauenmasseur/in hat auch noch jede Menge an Tipps und Hinweisen, um sich die Fähigkeit zur weiblichen Ejakulation zurückzuerobern. Denn das „Fliessen der weiblichen Wässer“ ist oftmals verbunden mit dem Erleben von ursprünglicher wilder Kraft und Lebendigkeit. Es kann Frauen helfen, sich noch stärker in ihrem Schoss Raum zu verwurzeln und ihre Kraft lustvoll zu leben – nicht nur beim Sex.

 

Weitere erforschenswerte Zonen

 

Der G-Punkt mit seiner Umgebung ist also in der Yoni-Massage ein ganz wesentlicher Bereich. Es lohnt sich, sich den Kontakt zu diesem Gebiet zu erschliessen und zu erforschen. Und es gibt in der Yoni-Massage noch weitere Zonen, die sich über Berührung freuen: Die Vulva mit den körperlichen Lustzentren von Klitoris und Perle, der Damm, die Sitzbeinhöcker von innen und die ganz feinen und sensiblen Energiezonen um den Gebärmuttermund und um den A-Punkt

Die Yoni-Massage hilft den Frauen einfach, sich noch tiefer in ihre Weiblichkeit hinein zu entspannen und das Bewusstsein für das eigenes Mysterium zu vertiefen.

 

 

Die Autorin: Inari H. Hanel ist Frauenmasseurin aus dem Team um Nhanga Grunow. Sie praktiziert in Niederbayern, organisiert Seminare und Yoni-Massage-Austauschtage und hält Vorträge in Süddeutschland und Österreich

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